Donnerstag, 23. April 2009

Georg und ich


Ich habe heute Namenstag. Wusste das vorher selbst nicht, aber mein Provider war so freundlich, mich darüber zu informieren. Ich heiße zwar nicht Georg, bin aber die niederdeutsche Variante davon. Georg und damit auch Jürgen gehen auf das griechische Wort für "Bauer" zurück. Dass ich bäuerlichen Bluts bin, ist tatsächlich nicht abzustreiten und bei aller akademischen Aufwärtsbewegung ist mir eine gewisse Ungelenkigkeit im kultivierten Milieu geblieben, aus der ich aber versucht habe,
schriftstellerisch Kapital zu schlagen.

Aber jetzt wird gefeiert. Denn muss man das nicht bei Festen, wie sie eben so fallen? Ich will eine Gedenkminute einlegen. So viele Jürgens wie derzeit wird es wohl nie wieder in Deutschland geben. 

Montag, 20. April 2009

Kunstturnen

Hätte die Schule nur aus Sportunterricht bestanden, ich wäre Jahr für Jahr sitzen geblieben. Besonders große Demütigungen erlitt ich am Stufenbarren. Weil ich mich der in meinen Augen martialischen Übung verweigerte, wurde ich mit der Note 5    „Für’s Antreten, Herr Bräunlein!“ - abgestraft. Jetzt stoße ich zufällig auf zwei Zitate, hingekritzelt auf der Rückseite einer alten Ansichtskarte, die den Jahrhundertkünstler Pablo Picasso in der Blüte seines Alters zeigt – und prompt werde ich an die Sportstunden meiner Schulzeit erinnert. „Begriffe sind wie Turngeräte“, lese ich da... 

Aha.

Nachdem ich meine Abscheu vor Turngeräten abgeschüttelt habe, beginnt mich der Satz zu faszinieren. Er stimmt. So wichtig „Begriffe“ sind, sie sind Hilfsmittel. Mehr nicht. Die sportliche Ertüchtigung nehmen sie einem nicht ab. Nicht einmal das Denken. Und überhaupt. So eindeutig verstehbar, wie „genaue Begrifflichkeiten“ uns immer vergaukeln wollen, ist das Leben nicht. Nein! Da müssen schon ganze andere Geschütze aufgefahren werden.

Auf der Rückseite der Picasso-Postkarte steht noch ein zweites Zitat: „Kunst wirkt tiefer als der Begriff.“ Keine Ahnung, von wem dieser Satz stammt. Aber er erscheint mir noch wahrer zu sein als der erste. Will er uns nicht vor allem eines sagen: Wer ein echter Kunstturner ist, kann zur Not auch ohne Turngeräte auskommen?

Dienstag, 14. April 2009

Frühlingsbonbon

Ostern vorbei, Magen voll und die Sonne scheint immer noch. Leider hat man wenig davon, weil geschuftet werden muss. Trotzdem versuchen wir die gute Stimmung der letzten Tage in die geschrumpfte Arbeitswoche hinüberzuretten. Und das geht spielend mit den zwei talentierten Damen, die sich im Januar 1973 zu einem Duett im amerikanischen Fernsehen zusammen getan haben. Die eine wurde schon von Herzen gepriesen, die andere hat sich  als Mary Poppins einen unsterblichen Namen gemacht. Für uns singen beide jetzt ein Medley mit Evergreens à la "Up, Up and Away" und "I Believe in Music" - der Charme der Performance muss selbst Hartgesottene weich machen. Zu beachten ist außerdem das inspirierende Frühlings-Outfit unserer Sängerinnen. Please enjoy it!

Donnerstag, 9. April 2009

Tanzende Dollarnoten

Wenn es nicht wahr ist, dann ist es hübsch erfunden. „Was möchten Sie einmal werden, wenn Sie erwachsen sind?“, wurde die blutjunge, damals noch unbekannte Madonna Louise Ciccone gefragt. Antwort: „Die Welt regieren.“ Wenn man bedenkt, welche Völkermassen an Fans diese postmoderne Rattenfängerin seit über 20 Jahren hinter sich herzieht, muss man zugeben, Madonna – so klein wie Napoleon: 1,54 m - hat ihr Ziel erreicht. Landet eine Single von ihr nicht in mindestens 40 Ländern auf Platz 1 der Hitparade, gilt sie als Flop. Der Spross armer italienischer Einwanderer ist der Weltstar schlechthin. Doch wie wird man so was?

Nach der Lektüre zweier Madonna-Biografien weiß ich es immer noch nicht genau, jedoch besser als vorher. Die gewisse Musikalität, über die Madonna allen gegenteiligen Ansichten zum Trotz durchaus verfügt, ist es wohl zum geringsten Teil. Eher sind es Biss, Zielstrebigkeit und Disziplin, mit denen Dickhäuterin Madonna ihre Interessen stets durchzusetzen in der Lage ist. Nur fragt man sich, welche Interessen? Musikalische?

Nach meinen Madonna-Studien kaufte ich zum ersten Mal eine CD von ihr - „Ray of Light“ von 1998, darin der Song „Frozen“ mir noch in angenehmer Erinnerung war. Doch beim mehrmaligen Abhören merke ich, wie sich etwas in mir sperrt. Ich kann mich einfach nicht auf Madonnas Stimme einlassen, obwohl sie auf „Ray of Light“ viel besser ist als zu Beginn ihrer Karriere. Ja, es ist so, dass ich beim Zuhören unentwegt Dollarnoten vor mir tanzen sehe. Als  hätte Madonnas Gesang diesen heimlichen Unterton, ich mach’s nicht für dich, ich mach’s nicht für mich, ich mach’s nur für’s Geld. Der Stimme fehlt jede echte Warmherzigkeit. Ist das aber möglich? Kann so etwas herausgehört werden? Oder bin ich Opfer meiner Projektionen geworden und lege das Gelesene in die Musik, ohne dass ich es selbst merke?  


Freitag, 3. April 2009

Spaziergang durch die Hauptstadt



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Das flimmernde Souvenir hat unser Berlinbesuch Herr Erdmann zurück gelassen. Wir bedanken uns ganz herzlich und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen!