Donnerstag, 9. April 2009

Tanzende Dollarnoten

Wenn es nicht wahr ist, dann ist es hübsch erfunden. „Was möchten Sie einmal werden, wenn Sie erwachsen sind?“, wurde die blutjunge, damals noch unbekannte Madonna Louise Ciccone gefragt. Antwort: „Die Welt regieren.“ Wenn man bedenkt, welche Völkermassen an Fans diese postmoderne Rattenfängerin seit über 20 Jahren hinter sich herzieht, muss man zugeben, Madonna – so klein wie Napoleon: 1,54 m - hat ihr Ziel erreicht. Landet eine Single von ihr nicht in mindestens 40 Ländern auf Platz 1 der Hitparade, gilt sie als Flop. Der Spross armer italienischer Einwanderer ist der Weltstar schlechthin. Doch wie wird man so was?

Nach der Lektüre zweier Madonna-Biografien weiß ich es immer noch nicht genau, jedoch besser als vorher. Die gewisse Musikalität, über die Madonna allen gegenteiligen Ansichten zum Trotz durchaus verfügt, ist es wohl zum geringsten Teil. Eher sind es Biss, Zielstrebigkeit und Disziplin, mit denen Dickhäuterin Madonna ihre Interessen stets durchzusetzen in der Lage ist. Nur fragt man sich, welche Interessen? Musikalische?

Nach meinen Madonna-Studien kaufte ich zum ersten Mal eine CD von ihr - „Ray of Light“ von 1998, darin der Song „Frozen“ mir noch in angenehmer Erinnerung war. Doch beim mehrmaligen Abhören merke ich, wie sich etwas in mir sperrt. Ich kann mich einfach nicht auf Madonnas Stimme einlassen, obwohl sie auf „Ray of Light“ viel besser ist als zu Beginn ihrer Karriere. Ja, es ist so, dass ich beim Zuhören unentwegt Dollarnoten vor mir tanzen sehe. Als  hätte Madonnas Gesang diesen heimlichen Unterton, ich mach’s nicht für dich, ich mach’s nicht für mich, ich mach’s nur für’s Geld. Der Stimme fehlt jede echte Warmherzigkeit. Ist das aber möglich? Kann so etwas herausgehört werden? Oder bin ich Opfer meiner Projektionen geworden und lege das Gelesene in die Musik, ohne dass ich es selbst merke?  


Kommentare:

Jan hat gesagt…

"Der Stimme fehlt jede echte Warmherzigkeit. Ist das aber möglich? Kann so etwas herausgehört werden?"

Ja, das ist möglich.
Ja, das kann man heraushören.
Über Frau M. kann ich dabei nicht mal was sagen, die kenne ich nicht, aber es gab schon immer Sänger, die mit Seele singen, und andere, die mit Studio singen (Studio = Berater, Manager, Technik, Toningenieure, Coach und so weiter und so weiter).

Schön, daß sich hier mal wieder was tut im Blog!

Christine hat gesagt…

Frohe Ostern!