Mittwoch, 25. Juni 2008
Mein Kaffeelöffel
Donnerstag, 12. Juni 2008
Großer Dichter tot..
Montag, 2. Juni 2008
Multitasking
Samstag, 24. Mai 2008
Machen wir...!
Ob ich beim Imbiss Currywurst mit Pommes und Ketchup bestelle, den Installateur beauftrage, die tropfende Heizung zu reparieren oder telefonisch um eine Unterbrechung meines Zeitungsabonnements bitte, immer kommt ein lebhaftes „Machen wir!“.
Was damit wohl gemeint ist? Doch nicht, dass die Hände der Werktätigen die Dienstleistung in Teamarbeit verrichten? Oder dass ich selbst mithelfen muss?
Offenbar soll die „Wir-Form“ Vertrauen und Autorität stiften, die das „Ich“ allein nicht zu erwecken vermag. Das „Ich“ spricht im Namen der Institution, der Belegschaft, des Kollektivs, als wären wir alle real existierende Sozialisten. Vielleicht aber zeigt sich hier nur, was Gesellschaftstheoretiker schon lange behaupten. Vom Postulat sich zu individualisieren haben die Menschen mittlerweile die Schnauze voll. „Ich“ sein ist anstrengend. Zu viel Entbindung macht Angst.
Dienstag, 20. Mai 2008
Der Wassermolch
Mittwoch, 14. Mai 2008
Journalisten auf Emanzipationstrip
„Immer mehr...“ Sätze, die so anfangen, gehören eigentlich in den Müll. Wagen wir’s trotzdem. Immer mehr Journalisten schreiben Romane. Das muss nicht im Fiasko münden. Im Gegenteil. Harald Martenstein, Dirk Kurbjuweit, Alexander Osang oder auch Elke Schmitter haben Akzeptables, zum Teil gar Großartiges zustande gebracht. Dabei schreiben Journalisten-Romanciers stets auf Messers Schneide. Zwar verfügen sie über einschlägige Medienkontakte, die beim Bewerben des Romandebüts sehr nützlich sein können, andererseits warten Kollegen aus dem Feuilleton nur darauf, die Schreibversuche auf fachfremdem Terrain zu zerfetzen. Die Fallhöhe ist enorm, besonders wenn der Rezensierte früher selbst rezensiert hat (womöglich gar sehr garstig).
Warum tun sich Journalisten das also an und schreiben trotzdem Romane? Sind sie zu wenig ausgelastet, langweilt sie das tägliche Einerlei des Redaktionsalltags? Sind sie der Vierspalter, die maximal zu füllen sind, überdrüssig geworden? Oder haben sie gar etwas zu sagen, was sich nur in Romanform mitteilen lässt?
Die Antwort geht weit darüber hinaus. Journalisten führen eine parasitäre Existenz. Und ihre Eitelkeit ist nichts als ein Schutzschild gegen den eigenen Minderwertigkeitskomplex (also verzeihlich). Ohne das Ereignis, die Katastrophe, den Skandal und die Premiere wäre der Journalist ein Nichts (also gar nicht vorhanden), denn über was sollte er sonst berichten? Diese berufsimmanente Schmarotzerei gefährdet die Existenz. So jammern Journalisten an trüben Tagen: „Ich kann nichts anderes als schreiben“. An noch trüberen Tagen wissen sie, nicht einmal das ist wirklich sicher und kann auch erst am Ende des Berufslebens bewiesen werden.
Bis dahin gibt es nur eine Losung: schreiben, schreiben, schreiben und versuchen, sich dem Parasitismus zu entwinden. Am besten über das Sprungbrett in die Fiktion. Am besten mit einem Roman, der edelsten Gattung von allen. Gelingt das, ist es gleich eine doppelte Emanzipation. Man hat sich aus der Abhängigkeit des Faktischen befreit. Und als besonderen Triumph einen anderen zum Parasiten gemacht. Vorausgesetzt es findet sich jemand, der einen auch rezensiert....
Sonntag, 11. Mai 2008
Neues von Wahrsagern und der guten Fee
Pfingstsonntag. Wetter gut, Essen gut, alles gut. Außerdem zwei Witze und zweimal ein bisschen Lebensphilosophie.
Justus, acht Jahre alt, erzählt mir oft und gern Witze, manchmal auch mehrfach denselben, macht aber nichts. Diesen hörte ich zum ersten Mal: Zwei Wahrsager treffen sich auf einer Wahrsager-Tagung. Fragt der eine den anderen: „Dir geht es gut! Aber wie geht es mir?“
Frau D., gerade 50 geworden, hat vor kurzem ihren Lebenspartner geheiratet. Sie erzählt diesen Witz: Ein älteres Ehepaar ist schon sehr viele Jahre verheiratet. Da kommt eine gute Fee und sagt: „Jeder von Euch hat drei Wünsche frei. Wer mag anfangen?“ Der Ehemann drängelt sich vor. „Ich hätte gerne eine 30 Jahre jüngere Frau.“ „Kein Problem!“, sagt die gute Fee und schnippt mit dem Finger. Voilà der Mann ist 30 Jahre älter.